Auftausalzverträglichkeit
der Gehölze:
Entlang den Straßen leiden die Gehölze nicht nur unter ungünstigen Lebensbedingungen, die von Klima und Boden ausgehen, sondern auch durch spezifische menschliche Einflüsse. Im Winter werden Schnee und Eis auf den Fahrbahnen und Bürgersteigen durch Salze zum Schmelzen gebracht, um das Risiko von Unfällen zu verringern. In der Praxis wird vor allem Natriumchlorid (NaCl) zur Glättebekämpfung verwendet. So sind die Gehölze also den im Winter ausgebrachten, schädigenden Auftausalzen ausgesetzt. Das hat zur Folge, daß
In der äußeren Erscheinung gleicht dann das durch Auftausalze bewirkte Krankheitsbild der Straßenbäume durchaus einer Dürrekrankheit. Folgende Merkmale lassen sich bei Auftausalzschäden generell herausstellen:
Die Gehölze wachsen also mit den Auftausalzschäden von Jahr zu Jahr ständig weiter in ihren Tod hinein, ohne ihn vollends zu erreichen. Die Nadelhölzer sind den Abtausalzen gegenüber wesentlich empfindlicher als die Laubhölzer. Die Gehölze nehmen vor allem Cl- auf und weniger Na+. Der durch das Cl- bewirkte Schädigungsgrad ist einmal abhängig von der Cl-- Konzentration im Gewebesaft, zum anderen von der plasmatischen Resistenz der Blätter der betreffenden Pflanze.
Die Auftausalze können auf verschiedenen Wegen in die Gehölze gelangen:
Unter natürlichen Bedingungen sind Gehölze einer Versalzung ihres Wurzelsubstrates nur in Ausnahmefällen ausgesetzt, wie z.B. die im Küstenbereich tropischer Meere unter dem Einfluß von Ebbe und Flut gedeihende Mangrove. Die Wurzeln dieser Gehölzformation werden periodisch vom Salzwasser überschwemmt. Sie haben jedoch spezielle, physiologische Anpassungen (z.B. Ionen-Austausch-Mechanismen, Salzdrüsen), die sie resistent gegenüber Salzen machen. Diese Gehölze der Mangrove sind aber frostempfindlich und daher für den Anbau in den gemäßigten Breiten überhaupt nicht geeignet.
Im Überflutungsbereich der Meere der gemäßigten Zonen wachsen keine Gehölze. Es werden aber wohl weiter landeinwärts an windexponierten Stellen der Küsten Gehölze gelegentlich durch die salzhaltige Gischt beeinträchtigt. Hinsichtlich des Ertragens der Salzbesprühung bestehen aber große Unterschiede.
Den idealen Straßenbaum gibt es also nicht. Es bestehen große Unterschiede in der Salzver-träglichkeit bei den entlang unserer Straßen kultivierten Bäume. Offenbar sind aber Pflanzen relativ salzfest, die
a) in einer Symbiose mit Stickstoff-fixierenden Mikroorganismen leben,
b) tief wurzeln,
c) Pioniercharakter besitzen,
d) keine hohen Nährstoffansprüche stellen, also von leichten Böden stammen,
e) alkalische Böden ertragen.
Folgende Auflistung zeigt nun eine Auswahl salzverträglicher Gehölze, die man zur Straßenrand- bzw. Mittelstreifenbegrünung verwenden kann. Allerdings sind die Erfahrungen über Salzschäden und toleranzen an Gehölzen sehr uneinheitlich. Das ist auch nicht verwunderlich, da Empfindlichkeiten und Widerstandsfähigkeiten sowohl von der Bodenart, den Niederschlägen, den Temperaturen als auch von den gestreuten Mengen abhängen.
Daraus ergeben sich manchmal teilweise völlig gegensätzliche Angaben:
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Salztoleranter Strauch |
salztoleranter Strauch, mit gegenteiliger Erfahrung |
salztoleranter Laubbaum |
salztoleranter Laubbaum, mit gegenteiliger Erfahrung |
mäßig salztoleranter Strauch |
mäßig salzluft-verträglicher Strauch |
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Caragana arborescens (Erbsenstrauch) Fam. Fabaceae |
Hippophae rhamnoides (Sanddorn) Fam. Eleagnaceae |
Eleagnus angustifolius (Schmalblättrige Ölweide) Fam. Eleagnaceae |
Robinia pseudoacacia in Sorten (Gewöhnliche Scheinakazie) Fam. Fabaceae |
Sorbus aucuparia (Eberesche) Fam. Rosaceae |
Rosa pimpinellifolia (Bibernell-Rose) Fam. Rosaceae |
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xRosa rugotida (Rosa rugosa xRosa nitida) (Niedrige Strand-Rose) Fam. Rosaceae |
Lycium barbarum (Gemeiner Bocksdorn) Fam. Solanaceae |
Gleditsia triacanthos (Amerikanische Gleditschie) |
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Symphoricarpos albus var. laevigatus (Schneebeere) Fam. Caprifoliaceae |
Rosa rugosa (Kartoffel-Rose) Fam. Rosaceae |
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Symphoricarpos chenaultii (Schneebeere) Fam. Caprifoliaceae |
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Symphoricarpos orbiculatus (Schneebeere) Fam. Caprifoliaceae |
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Tamarix parviflora (Frühlings-Tamariske) Fam. Tamaricaceae |
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Tamarix ramosissima (saltcedar) Fam. Tamaricaceae |
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Tamarix ramosissima var. rubra (Sommer-Tamariske) Fam. Tamaricaceae |