Mangroven:
tropische Gezeitenwälder
Man unterscheidet eine reichere östliche Mangrove
mit über 20 Baumarten aus 6 verschiedenen Familien, die die Küsten des Indischen
Ozeans und des Westpazifik besiedelt, und eine nur aus 5 Arten (aus 3 Familien)
bestehende westliche Mangrove an den Küsten des Atlantik und der
amerikanischen Pazifikküste. Unter anderem sind die Rhizophoraceae mit der Gattung
Rhizophora und die Verbenaceae mit der
Gattung Avicennia vertreten.
Die Struktur der Mangrovenbestände ist sehr einfach: Sie bestehen aus nur einer Baumschicht, die von der Außengrenze am tieferen Wasser in Richtung zum festen Land hin allmählich höher wird, aber auch dort meistens Höhen von 15 m kaum überschreitet. Eine Krautschicht aus Gefäßpflanzen, oft allein aus dem auffallenden, bis 2 m hohen Farn Acrostichum aureum bestehend, kommt mancherorts in den landnahen, nur flach überschwemmten Teilen vor.

Mangrovenwälder sind an spezielle Standortbedingungen
gebunden. Wichtig sind Schutz vor zu starker Brandung und geeignete, nicht zu
leicht verdriftende Substrate, wie Schlick und feiner Sand. Bevorzugte Wuchsorte
der Mangroven sind daher Flußmündungen und geschützte Buchten. Die Mangroven
benötigen für ihre Existenz ein frostfreies Klima.
Wo andere Pflanzen dem Einfluß von Salz, Wasser und
Wind weichen, haben sich Mangroven an die Bedingungen der tropischen Küsten
mit dem Wechsel von Flut und Ebbe angepaßt. Solche salzresistenten Pflanzen
(Halophyten) zeigen eine Palette biologischer Anpassungen an diese Standortbedingungen:
Anpassung an
den Salzgehalt der Umgebung:
Anpassung an
fehlenden festen Untergrund:
Mit den bogenförmigen Stelzwurzeln verankern sich vor
allem Rhizophora-Mangroven. Diese
dienen auch als Atmungsorgane (sie sind mit Luftporen ausgestattet).
Anpassung an
Sauerstoffmangel im Boden:
Avicennia-Mangroven haben pfahlartige,
aus dem Schlamm austretende Atemwurzeln (Pneu-matophoren), da die Schlamm- und
Schlickböden sehr sauerstoffarm sind und das Wurzelsystem daher auf oberirdische
Luftversorgung angewiesen ist.
Fortpflanzungsstrategien
der Mangroven:
Bei vielen Mangroven keimt der Samen bereits an der
Mutterpflanze und wächst dort zu einer zigarrenförmigen Jungpflanze heran (Viviparie),
die bereits erste Wurzeln und Blätter entwickelt. Schließlich fällt diese ab
und bohrt sich in den weichen Schlamm.