Salzwiesen
Vorkommen:
Salzwiesen finden weltweit sich an den Meeresküsten
der gemäßigten Breiten. In den Tropen und Subtropen treten anstelle der Salzwiesen
häufig die Mangroven auf.
Die Salzwiesen in Deutschland sind natürliche Salzpflanzen-Gesellschaften
der tidebeeinflußten amphibischen Küstenlandschaften der Nordsee und der Bodden-
und Nehrungsküsten an der Ostsee.
Charakteristika:
Die Salzwiesen der Nordsee befinden sich zwischen der
Mittleren Tidehochwasserlinie und der Sturmflutlinie, also in einem mehr oder
weniger vom Salzwasser beeinflußten Gebiet.
Die Salzwiesen werden von den Überflutungen geformt.
Die Artenzusammensetzung wird durch den hierdurch hervorgerufenen Salzgehalt
im Bodenwasser bestimmt. Die Pflanzen der Salzwiesen sind an das immerwährende
Steigen und Fallen des Meeresspiegels während der Tiden gut angepaßt - ändern
sich doch die Standortbedingungen nicht nur mit den Jahreszeiten, sondern auch
innerhalb eines Tages. Bei Ebbe kommt es im Sommer zu starker Erwärmung, winters
bei geringer oder fehlender Einstrahlung zu starker Abkühlung der Bodenoberfläche.
Auch die Schwankungen des Salzgehaltes der Böden können erheblich sein. Durch
die Verdunstung oder das Ausfrieren bei Ebbe kommt es zu einer Erhöhung des
Salzgehaltes. Durch Regenfälle sinkt der Salzgehalt des Bodens.
Pflanzen und
Pflanzengesellschaften:
An der Nordsee und im salzwasserexponierten Boddenbereich
der Ostsee verursachen vor allem Häufigkeit und Dauer der Überflutungen die
Entstehung von bestimmten, regelmäßig angeordneten Vegetationszonen von Salzpflanzengesellschaften.
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| Zonierung einer Salzwiese
an der Nordseeküste. Verändert nach R. Petersen, M. Engel, D. Holm; Broschüre des Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. |
Auf den schwach geneigten Sand- und Kiesstränden entlang
der Küsten siedelt an den Spülsäumen der Meersenf (Cakile maritima) auf angeschwämmten Seegras-, Grünalgen- und Tangwallen.
Im Bereich der tiefstgelegenen Zone, zwischen mittlerer Tideniegrigwasserlinie
und mittlerer Tidehochwasserlinie (auch niedrige Salzmarsch genannt) siedeln
sich Quellerfluren mit verschiedenen Salicornia-Arten und eingestreute Schlickgraswiesen
mit verschiedenen Spartina-Arten an. Dieser Abschnitt wird zweimal täglich
überflutet.
Landeinwärts, bis ca. 30 cm über der mittleren Tidehochwasserlinie,
schließt sich die Andelgraszone mit Puccinellia maritima
an. Die hier vorkommenden Pflanzen werden nicht oder seltener überflutet. Diese
Zone wird noch weiter landeinwärts auf der langsam ansteigenden Salzmarsch vom
Grasnelkenrasen mit Armeria maritima
abgelöst.