Alexander Fuchs

Curriculum Vitae

1995 – 2001:  Studium der Biologie an der Universität Regensburg

1998 – 1999: Studium an der University of Colorado in Boulder, USA

Betreuerin: Prof. D. Bowers

Diplomarbeit: Iridoide Glycoside – Ihre Bedeutung für die Systematik der Asteridae  s. lat. und ihre Induktion in Plantago lanceolata

Betreuer: Prof. A. Bresinsky, Dr. M. Fischer

seit Sept. 2001, 2004 abgeschlossen: Promotion an der Universität Regensburg, Biologie I

Betreuerin: Dr. J. Korb
 

Forschung

Der Einfluss des Verwandtschaftsgrads auf die Aufrechterhaltung der Eusozialität bei der Termite Cryptotermes secundus

Cryptotermes secundus gehört zu den one-piece-type Termiten und kommt in den Mangroven (Ceriops tagal) im Norden Australiens (Darwin) vor. C. secundus zeigt im Laufe ihrer Ontogenese eine erstaunliche Flexibilität hinsichtlich ihres Entwicklungsendpunkts, wodurch sich einem Individuum verschiedene reproduktive Taktiken eröffnen: es kann entweder als Helfer in der Kolonie bleiben, sich zum Ersatzgeschlechtstier oder Soldat entwickeln oder die Kolonie als geflügeltes Geschlechtstier verlassen.
Obwohl jeweils nur ein Paar Geschlechtstiere eine Kolonie gründet, findet man in der Natur sowohl monogame als auch polygame Kolonien. Polygame Kolonien sind also nicht das Resultat von Pleometrose (= mehrere Königinnen, die sich nach der Nestgründung gemeinsam um die Brut kümmern), sondern sie entstehen durch die Fusion von 2 oder mehr Kolonien. Diese Kolonien waren zwar ursprünglich getrennt angelegt worden, sind dann jedoch im Laufe der Zeit, bedingt durch ihre räumliche Nähe, miteinander verschmolzen. Diese Koloniefusionen laufen nach unserem Wissen friedlich ab, ohne dass sich die Angehörigen der beiden Kolonien bekämpfen.
Da sich in einer derartigen Kolonie Individuen mit unterschiedlichem Verwandtschaftsgrad finden, ist es nun interessant, ob sich nah verwandte Individuen anders zueinander verhalten als entfernter verwandte (kin discrimination). Auch die reproduktive Taktik eines Individuums könnte sich in der Folge ändern, da der Verwandtschaftsgrad insgesamt innerhalb der Kolonie sinkt (unter der Annahme, dass die Gründerpaare nicht nah miteinander verwandt waren).
 



Königin von Cryptotermes secundus
 

Projekte

(1) Die Bedeutung des Verwandtschaftsgrads

Momentan entwickle ich Mikrosatelliten als genetische Marker, um die Verwandtschaft der Individuen in einer Kolonie bestimmen zu können und um die folgenden Fragen zu beantworten:
- Bestehen Unterschiede im Verhalten zwischen Individuen in monogamen und polygamen Kolonien?
- Findet sich in polygamen Kolonien, mit näher und entfernter verwandten Individuen, Verwandtenselektion?
- Kann eine der Königinnen in polygamen Kolonien die Fortpflanzung monopolisieren?
 

(2) Computer-Tomographie und Verhaltensbeobachtungen

Bis dato war es nicht möglich, C. secundus in seinem natürlichen Habitat, d.h. im Holz, zu beobachten. Mit Hilfe von CT-Aufnahmen in Verbindung mit einer endoskopischen Kamera war es mir jedoch möglich, C. secundus in Pinus radiata-Blöcken direkt zu beobachten (Film 1 / Film 2). Mit Hilfe von CT-Aufnahmen und der Endoskopie möchte ich:
- die Fraßgeschwindigkeit von C. secundus-Kolonien bestimmen
- die Kolonie-Entwicklung und die Nest-Architektur beschreiben
- Langzeitbeobachtungen und Verhaltensversuche an den Termiten im Holz durchführen
 



3d- dimensionale Rekonstruktion der CT-Schichtbilder eines Cryptotermes  secundus Nests
(* : vorgebohrte Kammer, in welche die Termiten ursprünglich gesetzt wurden)

Das Projekt wird durch ein Emmy Noether Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt.